Kirche, Herzogenaurach

Ort Herzogenaurach, Deutschland
Baujahr 2010
Architekt Eberhard Wimmer Architekten BDA, 81669 München
Ingenieur Ingenieurbüro Ilmar Henke, 82131 Stockdorf
Ingenieurbüro Ametsbichler, 80333 München
Ausführende Firma Josef Obermeier GmbH&Co. KG, 83093 Bad Endorf
Auftraggeber Evang.-Lutherische Kirchengemeinde, 91074 Herzogenaurach
Verwendete Produkte LENO-Brettschichtholz, Furnierschichtholz, Fassade
Leistung Werkstattplanung, Herstellung und Lieferung montagefertiger Bauelemente
Typ Kultur
Auftragswert ca. 140.000 €

Bauaufgabe

Die wachsende Kirchengemeinde Herzogenaurach schließt ihre Überlegungen zu einer möglichen Erweiterung der Kirche mit der Ausschreibung eines beschränkten Wettbewerbes im Jahr 2005 ab. Der Träger des ersten Preises, Eberhard Wimmer Architekten BDA aus München plant und realisiert den Erweiterungsbau, der das Platzangebot der Kirche vergrößern soll.

Architektur

Von außen erzielt der zentrale Kirchturm eine Signalwirkung, darunter sind nun Kirche und Gemeinderäume vereint und die Zahl der Sitzplätze im Sakralraum steigt von 200 auf etwa 420. Die einheitliche Schindeldeckung verleiht der Kirche den Charakter einer skulpturalen Großform. Der Reiz für Architekt Wimmer bestand in der Verbindung von Bestand und neuen Elementen. So ergänzt er den archaischen Rundbogen und die schweren alten Decken mit leichten und hellen Holzskelett-Elementen. Dabei bleibt die Dimension des alten Sakralraumes auch nach dem Umbau sichtbar und die Decke schwebt wie ein Baldachin über dem nun zentral eingebauten Altar.

Materialität & Holzbau

Um die gewünschte Schlankheit bei der neuen Konstruktion zu erzielen, werden moderne Holzbausysteme von MERK Timber eingesetzt. Über 180 m² Leno-Brettsperrholz mit 16,2 cm Dicke werden als Deckenplatten von der Zimmerei Obermeier in Herzogenaurach verbaut. Der Holzbauer profitierte mit kurzen Montagezeiten von dem hohen Vorfertigungsgrad und den großformatigen Bausystemen. Als Deckenbalken mit hoher Tragfähigkeit bei schlankem Querschnitt kommt das Furnierschichtholz zum Tragen, mit einer Dimension von12x50 cm überspannen die Balken eine Länge von 10,30 m.

Im Foyer der Kirche wird durch das Zusammenspiel von Sichtbeton und einer leichten Pfosten-Riegel-Fassade aus Holz eine zeitgemäße Raumwirkung erzielt: für die Fassade werden 6,5 m lange Pfosten mit 10x48,5 cm verwendet, die werkseits bereits abgebunden und mit einer Dickschichtlasur geschützt sind. Teile der Pfosten-Riegel-Fassade sind mit Kassetten geschlossen und nicht sichtbar, durch die transparenten Bereiche fällt jedoch viel Licht in Foyer und den stimmungsvollen Sakralraum.