Kronenforschungsturm, Trippstadt

Ort Trippstadt, Deutschland
Baujahr 2011
Architekt Kirchspitz Architekten, Kaiserslautern
Ingenieur Lederer Ingenieure, Heltersberg
Ausführende Firma Holzbau Tretter, Neustadt an der Weinstraße
Auftraggeber Universität Kaiserslautern
Verwendete Produkte Furnierschichtholz
Leistung Herstellung und Lieferung montagefertiger Bauelemente
Typ Bildung
Auftragswert ca. 120.000 €

Bei der Verleihung des Holzbaupreises Rheinland-Pfalz 2012 wird der 36 m hohe Kronenforschungsturm nahe Trippstadt, Deutschland in der Kategorie „skulpturales Bauen“ ausgezeichnet.

Das Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Biologie und Architektur der Universität Kaiserslautern dient der Erforschung des Baumkronenraums im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Der Turm ist Werkzeug und Forschungsobjekt zugleich. Während er auf 6 Etagen mit großen Öffnungen zum Wald hin den Forschern Einblick und Zugriff auf die verschiedenen Etagen des Waldes und der Baumkronen bietet, wird am frei bewitterten und chemisch nicht behandelte Bauwerk aus Furnierschichtholz untersucht, wie sich die Witterung langfristig auf das Material auswirkt.

Der Turm hat eine Grundfläche von 3 x 3 m und wurde im Werk Aichach in 3 Teilen à 12 m innerhalb von sechs Wochen weitestgehend vorgefertigt. Die Bauteile sind aus mehrfach verklebtem, 150 mm dicken Furnierschichtholz. Insgesamt kamen 70m³ Kerto zum Einsatz.

Der Turmbau sollte das Ökosystem des Stieleichen-Buchenwaldes möglichst wenig beeinflussen und wurde mit Bohrpfählen im Erdreich verankert. Die Montage der optimierten Konstruktion ermöglichte den Aufbau der 3 Teile an nur 2 Vormittagen mitten im dicht bewachsenen Bestand. Die Baumkronen wurden dabei kaum berührt.

Zitat aus dem Juryprotokoll vom 26.05.2012: „… Sowohl die Modularität der Einzelelemente und die ökonomisch als auch ökologisch ausgewählten, eher rohen Materialien sind ein innovativer und angemessener Beitrag für einen Bau dieser Aufgabenstellung. Der Turm liefert einen hervorragenden Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und verantwortlichem Umgang mit Ressourcen. Durch diese Gesamthaltung wird er als Teil des Ganzen empfunden.“