Newsletter 3.2018

SKAIO Heilbronn

Deutschlands erstes Hochhaus aus Holz

Es wird das höchste Holzhaus in Deutschland: Die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH und ZÜBLIN errichten das zehngeschossige Hochhaus SKAIO nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Kaden+Lager. Das Gebäude, das im Rahmen der Stadt-Ausstellung zur BUGA 2019 in Heilbronn entsteht, ist mit 34 m Höhe Deutschlands erstes Holzhochhaus. Mit einer oberirdischen Bruttogeschossfläche von 5 685 m² bietet es Platz für 60 Mietwohnungen mit insgesamt 3 300 m² Wohnfläche. In die Gewerbefläche im Erdgeschoss wird eine Bäckerei einziehen.

Für die Planung des Projekts SKAIO wurde das Architekturbüro Kaden+Lager gewählt, das seit Jahren auf den urbanen Holzbau spezialisiert ist und bereits mit verschiedenen Bauherren Wohnungsbauten in Holz- oder Holz-Hybrid-Konstruktionen geplant hat.

Das Gebäude wird in Holz-Hybrid-Bauweise von ZÜBLIN Timber errichtet: Wände und Decken sind dabei aus Holz und werden den überwiegenden Teil der Konstruktion ausmachen. Ganz ohne Beton kommt die neuartige Hybrid-Konstruktion aber nicht aus. Sockelgeschoss und Treppenhaus bestehen jeweils aus Stahlbeton und werden zuerst ausgeführt. Die Fassade wird von außen mit Aluminium-Platten verkleidet.

Ein großer Vorteil der Holzbauweise ist die vergleichsweise kurze Bauzeit; die Holzbauteile werden weitgehend vorgefertigt und vor Ort lediglich montiert. „Wir bauen ein Stockwerk pro Woche“, sagt Markus Brandl, Projektleiter bei ZÜBLIN Timber. Die Stützen der beiden Neubauten bestehen aus Brettschichtholz. Für die Holzwände und -decken verwendet ZÜBLIN Timber ausschließlich Fichtenholz – überwiegend aus deutschen Wäldern und durchweg versehen mit PEFC-Zertifikat, dem Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Eine wichtige Voraussetzung für eine weitere angestrebte Auszeichnung: Die Stadtsiedlung Heilbronn bewirbt sich mit SKAIO bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen um ein DGNB-Zertifikat in Gold.

ZÜBLIN Timber mit den Standorten Aichach und Gaildorf realisiert den Neubau gemeinsam mit der ZÜBLIN-Direktion Stuttgart, Bereich Heilbronn. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Zum Auftrag der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH zählt noch ein zweiter Holz-Hybrid-Bau mit fünf Stockwerken. Dieses, ebenfalls von ZÜBLIN zu errichtende Gebäude hat eine Bruttogeschossfläche von 1 572 m² und bietet auf seinen fünf Etagen Raum für 13 Wohnungen. Beide Neubauten sind Teil der Stadt-Ausstellung zur BUGA 2019 und des neuen Stadtquartiers Neckarbogen.

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Zuckersilos Appeldorn

Herstellung, Lieferung und Montage zweier Siloüberdachungen

Als 2017 die Zuckerquote abgeschafft wurde, entschied sich der Zuckerhersteller Pfeiffer und Langen, sein Werk in Appeldorn (ca. eine Autostunde von Düsseldorf entfernt) um Produktions- und Lagerkapazitäten zu erweitern. Dazu zählten unter anderem zwei zusätzliche Silos zur Lagerung des Zuckers. Die beiden neu geplanten Silos verfügen jeweils über ein Fassungsvermögen von 40 000 t. Der Bereich ZÜBLIN Duisburg zeichnete sich als Generalunternehmer für die beiden Silos verantwortlich. Der Holzingenieurbau ZÜBLIN Timber übernahm dabei die Konzeptentwicklung und Planung der Silodächer. Die Planung wurde in Abstimmung mit dem vom Bauherrn beauftragten Planungsbüro IPRO Industrieprojekt GmbH vorangetrieben.

Eine Konstruktion von tragender Bedeutung
Das Hauptelement der beiden Silobauten besteht aus einem runden Betonkörper. Mit einem Durchmesser von 38 m und einer Silowandhöhe von 44 m trägt der Massivbau die Holzkonstruktion. Das Dachtragwerk besteht dabei aus 24 Gratsparren, welche polygonförmig auf der Silowand positioniert wurden. Aufgrund von Verformungen des Silos sind die Gratsparren am Fußpunkt auf Gleitlagern montiert. Dadurch können die aus Baugrundsetzung resultierenden Ovalisierungen, mit bis zu 15 cm Verformung, planmäßig ausgeglichen werden. Lediglich ein Festlager ist dafür notwendig. Am Mittelpunkt in 56 m Höhe ist ein mit ca. 5 m Durchmesser großer Stahldruckring installiert, welcher zum einen die Tragkonstruktion zusammenhält. Für die Befüllung wird hier eine Stahlförderbrücke mit ca. 40 Tonnen Last aufgesetzt. Dabei wird der Druckring zusätzlich als Wartungsplattform genutzt.

Aufgrund der in den beiden Silos erforderlichen Temperaturen von ca. 35 °C (dies entspricht der Herstellungstemperatur des Zuckers bei der Einlagerung) sind die Dachelemente ausgedämmt und mit einer Dampfbremse versehen. Um eine konstante Temperatur dauerhaft zu gewährleisten, wurde die Silowand zusätzlich mit einer vollflächigen Wandheizung ausgestattet.

Die Montage der gesamten Konstruktion erfolgte mittels zweier Hebebühnen, welche im Silo-Inneren platziert wurden, sowie eines umlaufenden Fassadengerüstes. Für die Montage der Dachkonstruktion waren zwei Autokräne notwendig. Mit dem größeren Kran wurde der ca. 5 t schwere Stahldruckring in 56 m Höhe gehoben. Mit Hilfe eines zweiten Autokrans konnten zeitgleich die Gratsparren verlegt werden. Nur an windstillen Tagen sind solche Montagearbeiten in dieser Höhe überhaupt durchführbar. Die Montage der beiden Silos konnte innerhalb kürzester Zeit erfolgen, auch wenn witterungsbedingt eine Montagepause erforderlich war.

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APASSIONATA SHOWPALAST MÜNCHEN

Showpalast mit einzigartiger Holzfassade

Seit November ist der Showpalast der Pferdeunterhaltungsshow APASSIONATA fertiggestellt. Auf dem fünf Hektar großen Grundstück im Münchner Stadtteil Fröttmaning entsteht derzeit ein Themenpark, der Mensch und Pferd zusammenbringt. Dieses großflächig angelegte Projekt wird von der APASSIONATA Entertainment GmbH in Zusammenarbeit mit GRAFT Architekten umgesetzt. Die Holzbauarbeiten der Fassade wurden dabei von ZÜBLIN Timber durchgeführt. Im Frühling 2016 wurde dort mit den Bauarbeiten des ersten Bauabschnitts begonnen: eine Reithalle, ein Stall für 60 Pferde und der Showpalast werden Teil des künftigen Parks. Nach einjähriger Bauzeit konnte nun der Hauptkomplex – der Showpalast – eröffnet werden.

Mit einer 40 Meter breiten Bühne und steil ansteigenden Sitzreihen bietet das neue Theater Platz für bis zu 1 700 Besuchern. Ein großzügiger Bühnenbereich sorgt für gute Sichtverhältnisse und lässt den Besucher Teil des Geschehens werden. Die Kombination aus interaktiver Soundtechnik und modernsten Licht- und Spezialeffekten führt zu einem bildgewaltigen Erlebnis. Mindestens genauso spektakulär wie die Technik zeigt sich auch die Fassade des Showpalastes. Eine markante Verkleidung aus Lärchenholzlamellen zieht sich über die Frontseite des Baukörpers, wie eine Horde wilder Pferde. Auch für die weiteren Bauten wird der natürliche Werkstoff Holz zum Einsatz kommen. Dadurch soll zum einen ein einheitliches Gesamtbild gewahrt werden, dient aber auch gleichzeitig zur Unterstützung der themenspezifischen Formensprache des Areals.

Aus 12 Pavillons wird der Themenpark bestehen und umfasst nach Fertigstellung neben den bereits errichteten Gebäuden noch ein Pferdepflegecenter, ein Museum, einen Hufschmied, eine Krankenstation, ein Science Center, ein 360°-Kino und ein Fohlenhaus.